Ich kloppe Steine – Teil 2

Vor etlichen Wochen hatte ich es bereits gepostet: ich hab einen Workshop „Steinbildhauen“ besucht.
Bereits zum wiederholten Male hat der Zoo in Dvůr Králové (18 km von meinem Häuschen im tschechischen Riesengebirge entfernt) die Künstlerin Maudy Muhoni aus Simbabwe engagiert, die ihren Kursteilnehmern zeigt, wie in Simbabwe traditionell Steine in wunderschöne Skulpturen verwandelt werden. Und letztes Jahr hat mir der Workshop so viel Spaß und Freude gemacht, dass ich auch diesen Sommer wieder ein paar Tage damit verbracht habe.

Insgesamt habe ich vier Tage für meine Skulptur gebraucht, jeweils von 9 Uhr morgens bis 17 Uhr am Nachmittag habe ich dran gearbeitet, allein Mittags gab es eine einstündige Pause.
Letztes Jahr habe ich alle Tage nacheinander gelegt und das war keine gute Idee gewesen, denn bereits am dritten Tag ließen meine Kräfte in den Händen und Armen merklich nach.
Deshalb habe ich dieses Jahr immer nur einen Tag in der Woche an meinem Stein gearbeitet, zwischendurch, als wir hier 37 °C und mehr hatten, habe ich auch zwei Wochen lang nichts gemacht.

Aber ich hab meine Skulptur noch rechtzeitig vor Maudys Abreise fertig bekommen. Und dank meiner Jahreskarte für den Zoo war ich etliche Male einfach nur dort, um mit Maudy zu plaudern. Sie ist ein toller Mensch und eine tolle Frau.
Ich hoffe, dass ich sie nächstes Jahr wiedersehen werde.

Und nun ein paar Bilder vom Workshop:

_7160173_b_500px

Hier der Stein im Urzustand, vor meiner Bearbeitung

_7160206_b2

Nach dem ersten Arbeitstag

_7200052_b2

Nach dem zweiten Arbeitstag

_7290002_b2

Nach dem dritten Arbietstag

_7290006_b2

Nach dem dritten Arbeitstag, Blick von oben

Der vierte Arbeitstag: nach dem Raspeln, Feilen und Schmirgeln wird der Stein im Feuer erwärmt, damit sich die Poren öffnen. So kann das Wachs besser einziehen.

_8230041_b2

Fertig! 🙂

Advertisements

Ich kloppe Steine ;-)

_6300012_b_500px

Das ist Maudy aus Tengenenge / Zimbabwe

x

Angefangen hat alles im letztes Sommer. Im Zoo in Dvur Králové (Tschechien), gerade mal 18 km von meinem schnuckeligen Häuschen entfernt, wurde ein Steinbildhauer-Workshop angeboten. Die leitende Steinbildhauerin war Maudy Muhoni, eine tolle Frau aus dem Künstlerdorf Tengenenge in Zimbabwe.

Ich hab kurzerhand  drei Tage gebucht, die reichten aber nicht, also noch zwei Tage dran gehängt und bin anschließend mit einer Echse, die auf einem Stein sitzt, wieder nach Hause gegangen.
x

x
x

Es hat mir total viel Spaß gemacht, mich vom Stein leiten zu lassen und all das wegzuhauen, was nicht zu meiner Vorstellung vom Ergebnis passte. Und so hab ich sehnsüchtig gehofft, dass auch diesen Sommer wieder ein Workshop angeboten wird.

Mein Hoffen wurde erhört und erfüllt. Seit Ende Juni ist Maudy wieder in Dvur Králové und seit heute kloppe ich Steine, früher ging nicht, weil ich ständig Besuch hatte.

_7160173_b_500px

Hier die Vorderseite

x
Als ich heute im Zoo ankam, regnete es. Im Regen hab ich mir aus einem Haufen mit über 200 Steinen den einen rausgesucht, der für mich der Richtige war.

Aber wie macht man das? Wie findet man den einen Stein? Nun, ich hab mich von meinem Bauch leiten lassen. Denn eine Vorstellung, was ich am Ende haben möchte, hatte ich nicht. Der Stein weiss selbst am besten, was er werden will.

Der Stein ist übrigens ein Serpentin und kommt aus Tschechien. Serpentine zeichnen sich durch eine mittlere Härte aus, sie sind aber deutlich härter als Speckstein. Man muss schon einiges an Kraft aufwenden, um diesen Stein zu bearbeiten.

x
Die Farbe ist meist grün, es gibt aber auch braune und schwarze Serpentine. Meiner ist überwiegend schwarz, hat aber auch grüne Anteile.

_7160175_b_500px

Und das ist die Rückseite

x

Gegen Mittag hörte der Regen auf und die Sonne kam durch und bescherte mir einen schönen, kreativen Tag. Und auch, wenn man nach diesem ersten Tag schon sehen kann, wo die Reise hin geht, zeige ich euch nur meinen Stein, wie er vor der Bearbeitung ausgesehen hat. Die Ergebnisse zeige ich ein andernmal, halt erst, wenn ich fertig bin.

x