Ein ganz besonderer Kameragurt

Fotografiert jemand von euch? Also jetzt nicht mit dem Handy sondern mit einem richtigen Fotoapparat? Diejenigen, die jetzt mit dem Kopf nicken, kennen es wahrscheinlich: ein Fotoapparat wiegt.

Vorletztes Jahr habe ich einen Umstieg von digitaler Spiegelreflex auf eine spiegellose Systemkamera vollzogen, ich bin dadurch nicht nur einiges an Kilos los geworden (nur auf die Kameraausrüstung bezogen 😉 ) , sondern auch einiges an Geld. Aber meine Schulter ist es mir wert.
Dennoch war mir mein bisheriger Kameragurt (ein sogenannter Slinggurt) nicht ergonomisch genug, der Gurt liegt auf der linken Schulter über Kreuz, so dass die Kamera auf der rechten Körperseite ankommt und ich sie bequem mit der rechten Hand greifen kann. Im Prinzip eine gute Sache aber eben einseitig belastet.

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Da ich meistens eh mit dem Kamera-Rucksack unterwegs bin, habe ich mir einen Kameragurt gebastelt, der am Rucksack befestigt ist. So wird das Gewicht gleichmäßig auf beide Schultern sowie auf mein Becken verlagert.
Ich habe dafür zwei Gurtverschlüsse gekauft, einen speziellen Karabiner (er muss sich drehen können, einen verschließbaren Sicherungsverschluss haben und man muss ein Gurtband darin führen können), ca. 1 m Gurtband in 2,5 cm Breite, zwei Stopper und einen D-Ring.
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Auf diesem Bild seht ihr, wie ich den unteren Teil des Gurtes am Rucksack befestigt habe. Ich habe den Gurtverschluss an das Gurtband genäht, mit dem ich den Hüftgurt des Rucksacks variieren kann. Das war die einzige wirklich sinnvolle Möglichkeit.

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Die Stopper müssen natürlich als erstes am Gurt angebracht werden, einer am unteren Ende, der andere am oberen Ende. Mit den Stoppern kann ich den Aktionsradius der Kamera festlegen, je enger ich die Stopper zusammen führe, desto weniger kann ich die Kamera am Gurt entlang schieben. Das ist z.B. beim Klettern praktisch oder auch beim Radfahren, also wenn man nicht möchte, dass die Kamera hin und her baumelt.

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Und hier seht ihr den oberen Teil. Auch hier habe ich den rucksackeigenen Gurt (grau) genutzt, um den Gurtverschluss zu befestigen. An dem langen Ende ist der D-Ring angenägt, damit lässt sich der Kameragurt verkürzen, man muss nur kräftig nach unten ziehen.

Also: oben ein Gurtverschluss, unten auf der Gegenseite eine weiterer Gurtverschluss.
Materialkosten: ca. 5 Euro, davon waren 3,50 Euro für den speziellen Karabiner. Den hab ich im Internet bestellt.

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Ach so: man braucht natürlich noch eine spezielle Schraube, die am Stativgewinde befestigt wird, daran wird der Karabiner befestigt. Diese Schraube gibt es z.B. von Blackrapid und kostet 19,99. Die hatte ich aber schon, weil ich ja jahrelang den Slinggurt von Blackrapid verwendet habe.

Das System ist wirklich perfekt für mich. Ich spüre das Gewicht kaum noch auf der Schulter, habe aber den vollen Bewegungsspielraum, behalten, den mir der Slinggurt bislang geboten hatte. Zusätzlich kann ich damit sogar Fahrrad fahren. 😉

 

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