Das Landleben grüßt

Seit Anfang Mai lebe ich wieder in Tschechien, meinem Geburtsland. Vor fast 13 Jahren habe ich dort, am Rande des Riesengebirges, gemeinsam mit meinem Mann, ein altes Bauernhaus gekauft. Zum dritten Mal in Folge gönne ich mir den Luxus, den ganzen Sommer in diesem Haus zu verbringen.

_DSF7843_b2_HDR

So schön präsentierte sich Pecka, mein Sommerwohnsitz, im Mai

Als wir das Haus 2003 übernommen haben, gab es sogar ein Gewächshaus, also den Ansatz eines Gewächshauses. Der Korpus besteht aus unzähligen 5-Liter-Gurkengläsern. Aber es gab noch kein Dach, keine Tür und vor allem keine Beete.

gewaechshaus_500px

Mein Mann hat nun ein kleines Wunder vollbracht und das Gewächshaus fast fertig gebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch aber ich konnte richtig was pflanzen.

_DSF8750_b

 

Das Gewächshaus hat nun ein Dach und eine Tür. Der Boden wurde ausgehoben und begradigt und rundherum wurden Beete gemauert, etwa 50 cm hoch und 50 cm breit.
In der Mitte wurden Dielen aus wetterfestem Lerchenholz ausgelegt mit ausreichend Platz für einen kleinen Tisch und zwei Stühlen, so dass man im Frühjahr oder im Herbst Kaffee trinken kann. 😉

_DSF8747_b

Es gibt sogar eine automatische Bewässerung. Ein 200-Liter-Wasserfass steht direkt im Gewächshaus, es wird von zwei weiteren Fässern gespeist, die draussen stehen und Regenwasser sammeln.
Mit Hilfe einer Solarpumpe wird das Wasser aus den zwei Fässern in das Fass im Gewächshaus gepumpt.

_DSF8745_b_DSF8746_b

Und das alles wächst fleissig im Gewächshaus:
verschiedene Sorten Paprika, Tomaten, Gurken (die zum Einlegen und Salatgurken), Kohlrabi, Sellerie (Knollensellerie und Stangensellerie), Mangold und Salat.
Ausserdem hab ich eine Weinranke mit blauen Trauben in eine Ecke gepflanzt und hoffe, dass die Blätter bald das ganze Dach beranken werden.

_DSF8751_b

Draussen im Garten habe ich auch ein kleines Beet, mit Erdbeeren, Zucchini, Hokkaido, Broccoli, Blumenkohl, Mangold, Radieschen, Knollensellerie und Möhren. Dazu zahlreiche Kräuter in der Kräuterspirale und im küchennahen Kräuterbeet. Die schneckenanfälligen Kräuter habe ich in Töpfen direkt vor der Haustür.

Ja, so lebe ich hier, in meinem kleinen Landparadies. Den ganzen Tag zwitschern die Vögel, Bienen und Hummeln fliegen umher, ab und zu kräht ein Hahn in der Nachbarschaft. Ansonsten ist hier weitestgehend Ruhe und Stille.

Advertisements

Holunderblütensirup und -Likör

Wenn ihr direkt am nächsten Tag meines „Holler, die Waldfee“-Postings losgelaufen seid um Holunderblüten zu pflücken und anzusetzen, dann wird es höchste Zeit für die Rezepte.

_5280053_500px

x
Aus dem Ansatz Sirup oder Likör zu machen, ist kinderleicht. Für Sirup benötigt ihr lediglich Zucker und saubere, gut verschließbare, hitzebeständige Flaschen und vielleicht noch einen Trichter.

Gebt 1 Liter vom ausgedrückten, gesiebten und evtl. gefilterten Holunderblütenwasser in einen Topf und 1 kg Zucker dazu und bringt es zum Kochen. Dabei immer schön rühren, damit nichts anbrennt. Wenn der Zucker sich komplett gelöst hat, die Flüssigkeit schön klar ist und etwa 1 Minute gekocht hat, könnt ihr den Sirup heiß in die Flaschen abfüllen. Am besten spült ihr die Flaschen vorher auch noch mal mit kochend heißem Wasser aus.
x
Direkt nach dem Abfüllen die Flaschen verschließen und fertig ist der Sirup.

Er schmeckt hervorragend mit Mineralwasser vermischt oder auch in Sekt oder Prosecco. Wer hat, legt noch ein paar Minzeblättchen mit ins Glas. Auch zu Vanilleeis schmeckt der Sirup lecker.

Für den Likör könnt ihr den Anteil des Zuckers ruhig ein wenig reduzieren. Im Sirup dient der Zucker vor allem als natürliches Konservierungsmittel. Beim Likör erfüllt der Alkohol diesen Dienst.

Für den Likör braucht ihr:
1 Liter vom Holunderblütenwasser
1 Liter Vodka
500 g Zucker

und natürlich auch wieder saubere, verschließbare Flaschen.

Einfach die drei Zutaten vermischen (ohne zu erhitzen), bis sich der Zucker gelöst hat und die Flüssigkeit klar ist und dann in die Flaschen abfüllen und verschließen.

Den Likör könnt ihr genau so verwenden, wie den Sirup, er ist halt weniger süß, dafür aber alkoholisch und somit nichts für Kinder. 😉

Holler, die Waldfee ;-)

Ganz vorweg muss ich euch etwas gestehen: die Bilder, auch die vom Fliederzucker, habe ich letztes Jahr schon gemacht und das ist auch gut so gewesen. Gestern habe ich nämlich Mecker bekommen, weil ich erst vorgestern das Rezept für den Fliederzucker gepostet hatte, denn in vielen Gegenden in Deutschland ist der Flieder schon wieder verblüht.
Hier, am Rande des Riesengebirges „hinken“ wir ein paar Wochen hinterher, erst im Hochsommer holen wir wieder auf.
Die Holunderblüten sind noch lange nicht so weit aber bevor bei euch wieder alles verblüht ist… beeile ich mich lieber. 😉

_6010269_webx
Ich kann mich vor Holunder kaum retten, die Bäume wuchern hier alles zu. Und so haben wir letztes Jahr mehrere Bäume gefällt. Und dennoch ist genug da. Direkt am Haus habe ich einen riesigen Holunderbaum. Mit den Blüten muss ich also nicht geizen, es wird ausreichend an Beeren im Herbst übrig bleiben.

Nun ist Holunderblütengelee, -Sirup und -Likör nicht wirklich etwas Neues aber es ist so einfach und so lecker, dass es es wert ist, hier aufgeschrieben zu werden.

x

x

x

Der Ansatz ist für alle drei Sachen der Gleiche. Holunderblüten werden zusammen mit Zitronen in Wasser gelegt und etliche Stunden ziehen gelassen, erst danach variiert die Verarbeitung.

_6010283_webx

Hier also mein Holunderblüten-was-auch-immer-Ansatz, ihr könnt die Menge beliebig verdoppeln oder verdreifachen, je nachdem, wieviel ihr machen wollt:

– 15 Holunderblütendolden, mit möglichst wenig Stielen
– 1 Liter frisches Wasser
– 1 Bio-Zitrone

Die Zitrone schneide ich, nachdem ich sie (bio hin, bio her) gründlich gewaschen habe, in Scheiben.
Die Holunderblütendolden lasse ich dagegen ungewaschen, weil das Aroma im Blütenstaub sitzt. Ich gucke aber, ob sich Krabbeltiere drin befinden.

Nun lege ich die Blütendolden und die Zitronenscheiben in einen ausreichend großen Topf, rühre um und verschließe es mit dem Deckel. Man kann auch nur ein sauberes Geschirrtuch drüber legen, es geht nur darum, dass nichts reinfliegen kann.

Diese Mischung lässt man nun 24 Stunden stehen, wenn es ein paar Stunden länger steht, macht es auch nichts, dann wird der Geschmack intensiver.
Anschließend gieße ich alles durch ein Küchensieb in einen zweiten Topf und drücke die Zitronen und die Blütendolden gut aus. Wenn mir das Blütenwasser zu trüb ist, lasse ich es noch durch einen Kaffeefilter laufen.

So, jetzt haben wir fertigen Ansatz. Demnächst gibt es dann die Rezepte für Sirup, Likör und Gelee. 🙂

Wenn der Flieder wieder blüht

Das ganze Jahr über freue ich mich auf den Mai. Nicht nur, weil ich im Mai Geburtstag habe (und in Tschechien feiere ich auch noch Namenstag im Mai), ich freu mich jedes Jahr aufs Neue auf leuchtend gelbe Löwenzahnwiesen, auf Maiglöckchen und auf den so wahnsinnig tollen Duft des Flieders!
Früher, als ich noch keinen Garten hatte, habe ich, wenn keiner guckte, ein bisschen Flieder aus irgendwelchen Vorgärten stibitzt.

_5231514_b_500px

x
Aber nun habe ich eigene Fliederbäume, die sich rasant vergrößern und vermehren. Ich hab einen weissen Flieder mit gefüllten Blüten und einen lila Flieder, vor zwei Jahren hab ich noch einen dunkelvioletten mit weissem Blütenrand dazu gepflanzt. Aber der hat erst dieses Jahr die erste Blütendolde bekommen, er muss also noch fleissig wachsen.

Flieder duftet nicht nur toll und sieht wunderschön aus, man kann die Blüten auch essen. Also direkt esse ich nun die Blüten nicht aber ich verarbeite sie und versuche so, den Duft ein wenig zu konservieren.

_5211225_b2_500px

x

Die Fliederblüten kann man prima zu Fliederzucker verarbeiten und damit Süßspeisen und Kuchen bestreuen. Keine Angst, das Fliederaroma ist nicht aufdringlich, es wird nichts nach Seife schmecken, selbst nicht, wenn man den Fliederzucker pur isst.

Um Fliederzucker zu machen, braucht man eine Menge Fliederblüten. Im Gegensatz zu Holunderblüten sollte man wirklich nur die Blüten selbst verwenden, also ganz ohne Stiele. Das ist eine Menge Zupfarbeit.

Ich nehme dafür ein Backblech und streue Zucker darauf aus, etwa 2/3 der Gesamtmenge. Und dann lege ich die Fliederblüten auf den Zucker und streue eine dünnere Schicht Zucker, also das letzte Drittel, darüber. Das lasse ich trocknen, an einem warmen Ort, idealerweise in der Sonne. Wenn es windstill ist, draussen, wenn der Wind weht, auf einem kleinen Tisch am Fenster, wo die Sonne herein scheint.

_5201080_b2_500pxx
Die Fliederblüten müssen komplett durchtrocknen und das möglichst schnell. Der erste Versuch ist mir misslungen, weil  es zu lange gedauert hatte und auch, weil ich zuviel Zucker über die Blüten gestreut hatte. So kam keine Luft an die zarten Blüten und sie faulten vor sich hin.

Aber der zweite Versuch hat dann geklappt.

Wenn die Blüten komplett trocken sind, kann man sie zusammen mit dem Zucker in ein hübsches Glas füllen und luftdicht verschließen.

Man kann den Zucker mitsamt der trockenen Blüten auch im Standmixer ganz fein mixen, der Zucker wird dann in etwa wie Puderzucker. Nur sieht man dann nichts mehr von den Blüten aber das ist nicht schlimm, denn im getrockneten Zustand sind sie eh nicht so schön.

Hach, ist es nicht schön, an warmen Sonnentagen im Garten zu sitzen und Tee zu trinken?

Hach, ist es nicht schön, an warmen Sonnentagen im Garten zu sitzen und Tee zu trinken?

Löwenzahnlikör

_5090086_b_500pxx
Die meisten wissen, dass Löwenzahn essbar ist. Aber der Löwenzahn ist ein echter Tausendsassa, er ist nicht nur lecker sondern auch überaus gesund. Er wirkt positiv auf alle Verdauungsorgane, wirkt appetitanregend und steigert die Magensaftsekretion. Er regt die Produktion von Galle an und verbessert den Fettstoffwechsel. Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und nimmt z.B. Mückenstichen den Juckreiz.

Die Blätter können wie Salat gegessen werden, sie sind leicht bitter aber genau diese Bitterstoffe sind das Gesunde daran.

x

Aus den Wurzeln wurde früher Kaffeeersatz gemacht. Auch, wenn wir heute keinen Mangel an echtem Bohnenkaffee fürchten müssen, wer es ausprobieren möchte, sollte die Wurzeln waschen, trocknen, kleinschneiden und dann in einer Pfanne ohne Fett rösten. Anschließend werden die Wurzeln in einer Kaffeemühle gemahlen. Auf eine Tasse „Kaffee“ nimmt man 1 gehäuften TL, kocht sie mit Wasser auf und lässt die Mischung etwa eine halbe Minute ziehen.

Aber eigentlich wollte ich euch ein Rezept für leckeren Löwenzahnlikör aufschreiben. Das Rezept hab ich von einer Bekannten bekommen, sie ich Kräuterfachfrau und weiss so ziemlich alles über jedes Kraut, was auf unseren Wiesen wächst.

_5160744_b2_500px

Als erstes muss man Löwenzahn pflücken, ganz viele Löwenzahnblütenköpfe. Denn für den Likör braucht man 60 g Löwenzahnblütenblätter, also nur diese feinen, dünnen gelben.
60 g hört sich nach nichts an, aber man zupft verdammt lange, bis man diese Menge zusammen hat.
Die Blütenblätter werden anschließend mit 200 g Zucker vermischt und diese Mischung lässt man etwa eine Stunde lang ziehen.

x

_5160768_b2_500px

Man kann die Blütenblätter und den Zucker direkt in dem Gefäß ziehen lassen, in dem man den Likör ansetzt.

x

Nachdem die Stunde vorbei ist, gießt man die Mischung mit 400 ml Obstler auf, so das Originalrezept. Ich persönlich nehme aber immer Vodka, weil der neutraler ist.

Ich möchte nicht wissen, was die Kassiererin in meinem Stamm-Supermarkt denkt, denn ich kaufe im Sommer immer Unmengen an Vodka, weil ich so gerne Liköre selbst mache. Davon behalte ich nur wenig für mich selbst, das allermeiste verschenke ich immer, es gibt so viele Menschen, die sich über selbst gemachten Likör freuen, es ist also ein prima Geschenk, was sich gut aufheben lässt.

x

x

Als nächstes kratzt man das Mark einer Vanilleschote aus und gibt es in die Likörflasche, die ausgekratzte Vanilleschote kann man ruhig auch mit dazu geben, denn sie hat viel Aroma, die sie abgeben kann.
Natürlich kann man die Vanilleschote auch einfach nur der Länge nach halbieren und sich das Auskratzen sparen.

_5160864_b2_500pxAls letztes gibt man noch 375 ml Wasser in die Flasche.
Die Flasche lässt man nun drei Wochen lang in der Sonne stehen und schüttelt sie mehr oder weniger kräftig jeden Tag, mindestens ein Mal, ruhig öfter.

Nach den drei Wochen seiht man den Likör erst durch ein feines Sieb und dann eventuell noch durch einen Kaffeefilter, um auch die allerkleinsten Schwebeteilchen los zu werden.

Und nun ist er fertig, der Likör!

Übrigens: in Tschechien, meinem Geburtsland, heisst der Löwenzahn „Pampeliška“ (gesprochen: Pammpellischka).
Klingt hübsch, oder?

Löwenzahn

Was ist schöner als eine blühende Löwenzahnblüte? Eine ganze Löwenzahnwiese!

_5090084_b_500px

In naturnahen Gegenden findet man oft große Wiesen, die schon von Weitem gelb leuchten. In Parks und Gärten dagegen ist der Löwenzahn nicht so gerne gesehen, er gilt bei vielen Menschen als Unkraut, welches man bekämpfen muss.
In meinem Garten wächst ganz viel Löwenzahn, ich mag die gelben Farbtupfen, die selbst wolkenverhangene Tage sonniger erscheinen lassen.

_5090060_b_500px
x

Und man kann so viele schöne Sachen mit den Blumen machen. Man kann die Blumen einfach pflücken und in eine Vase stellen und sich ein paar Tage lang dran erfreuen.

xx

xx

xx

xx

xx

xx

xx

xx

_5090002_b_px

x

x

x

Man kann auch Kränze aus den Blumen flechten und damit die Wohnung dekorieren oder auch im Haar tragen, ich hab es getan, zwar nur im Garten aber ich hab mich wunderbar damit gefühlt!

x

x

x

x

x

x

Habt ihr früher auch die Stiele vom Löwenzahn in mehrere Streifen eingerissen, dann in Wasser getaucht und zugesehen, wie sich die Stielenden kringeln?

_5090033_b2_500px