Alles Käse!

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich beschrieben, wie ich aus tagesfrischer Rohmilch ohne viele Hilfsmittel Joghurt herstelle. Und aus dem Joghurt eine Art Frischkäse.
Dieser ist zwar sehr lecker aber ich wollte gerne einen festeren, also schnittfesten Käse haben. Das geht mit Joghurt aber nicht.
Also habe ich im Internet gesucht und ein ebenfalls sehr simples Rezept entdeckt. Man braucht dafür keine speziellen Zutaten und auch kein spezielles Zubehör.
Aber der Reihe nach:

Ausgangspunkt ist wie beim Joghurt: Milch. Ich habe wieder Rohmilch genommen, man kann aber auch die normale Milch aus dem Laden nehmen, nur H-Milch würde ich persönlich nicht verwenden wollen, meiner Ansicht nach ist es keine Milch mehr.

Zum Ausprobieren reicht erst einmal ein Liter, der fertige Käse hat dann ein Gewicht von etwa 125 – 150 Gramm.

Die Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Sobald die Milch zu kochen beginnt, 1/2 – 1 TL Zitronensäure, die man in etwas Wasser aufgelöst hat, hinzugeben und kräftig rühren. Die Milch flockt sofort aus, es bilden sich kleine Bröckchen, die von der Molke getrennt werden. Das sieht etwas gewöhnungsbedürftig und nicht gerade appetitlich aus, muss aber so sein.

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Nun das Ganze über ein relativ feines Sieb abschütten. Wer die Molke weiter verwenden möchte, sollte sie in einem anderen Gefäß auffangen.

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Die ausgeflockten Milch-Bröckchen in eine Schüssel umfüllen und salzen. Jetzt kann man auch weitere Zutaten mit in die Masse einrühren, z.B. gehackte Kräuter nach Wahl, Nüsse, getrocknete und eingelegte Tomaten, grob gemahlener Pfeffer, gehackte Oliven… halt was einem einfällt und worauf man Lust hat.

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Diese Masse wird nun in ein sauberes Mulltuch oder ein spezielles Käsetuch gelegt und in ein Sieb gelegt, unter das Sieb sollte man eine Auffangschale legen, denn es wird noch Molke abtropfen. Gut wäre auch, etwas Schweres auf das Sieb (also das Käsetuch) zu legen, um die überschüssige Molke rauszupressen.

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Ich hab mir dafür eine tolle Käsepresse gekauft, sie wird in Tschechien von der Firma Tescoma vertrieben und kostet umgerechnet 14 Euro. Das war es mir wert, ich will ja jetzt öfter Käse machen.

Sie hat eine dicke Spiralfeder, die unter einen Schraubdeckel befestigt wird und von oben auf die Käsemasse drückt. Das Käsesieb sitzt praktischerweise in einer Schale, so kann die Molke dort auch ablaufen.

 

 

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Das alles kommt jetzt in den Kühlschrank, für 12-24 Stunden. Je länger es liegt, desto mehr Molke wird heraus gepresst und desto fester wird der Käse.
Dann braucht er nur noch ausgepackt und auf einem Teller oder Brettchen angerichtet zu werden.

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Ich hab mir dazu noch ein frisches Brot gebacken, aus Dinkel, Purpurweizen und Hefe.

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Wie so oft sind die einfachen Sachen die Leckersten!

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Erdbeeren & Basilikum – ein perfektes Paar

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Ich muss noch Erdbeermarmelade kochen, die aus dem letzten Jahr ist nahezu alle.
Okay, streng genommen ist es keine Marmelade, denn dieser Begriff ist den Zitrusfrüchten vorbehalten. Erdbeerkonfitüre muss es also heissen, aber ich finde das Wort Marmelade viel schöner und bleibe dabei, solange ich nicht businessmäßig ins Konfitüre- und Marmeladegeschäft einsteige. 😉

Mit Erdbeeren hab ich schon viel experimentiert: Erdbeer-Rhabarber ist der Klassiker schlechthin. Erdbeer mit Kokosflocken hat ein leicht karibisches Flair, manche mögen auch Erdbeer-Banane (ich nicht!).
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Mein Favorit ist Erdbeer-Basilikum!
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Auf die Kombination bin ich gekommen, als ich vor zwei Jahren ein Stück Erdbeer-Basilikum Sahnetorte gegessen habe. Die war soooo lecker!  Ein paar Tage später hab ich Erdbeermarmelade gekocht und hatte zufällig auch einen Topf mit Basilikum auf dem Fensterbrett in der Küche stehen. Da hab ich mich an die Torte erinnert und hab die kleingehackten Blätter zur Marmelade gegeben, aber erst ganz zum Schluss, kurz vor dem Abfüllen, damit nicht zuviel Aroma verloren geht.

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Das Ergebnis hat mich umgehauen!
Ich kann den Geschmack gar nicht genau beschreiben, es ist nicht so wie z.B. Tomaten mit Basilikum. Durch die Erdbeeren bekommt das Basilikum einen ganz besonderen Geschmack. Irgendwie anders als sonst. 🙂

Holunderblütengelee

Das Rezept basiert auf dem Ansatz, den ich im Blogbeitrag „Holler, die Waldfee“ gepostet hatte.

Holunderblütengelee:
– Ihr braucht dafür einen ausreichend großen Topf
– einen großen Rührlöffel z.B. aus Holz
– saubere, heiss ausgespülte Marmeladengläser
– eine Schöpfkelle
– Gelierzucker
– einen kleinen Teller, den ihr ein paar Stunden vorher in den Kühlschrank stellt

Mit dem Gelierzucker ist das so eine Sache, es gibt ja unterschiedliche. Im Prinzip sind sie alle gleich, sie basieren auf Zucker und einem Geliermittel, in diesem Fall ist es Pektin, welches aus Äpfeln gewonnen wird. Früher hat man klassisch 1:1 eingekocht, d.h. man nahm genauso viel Zucker wie Früchte, z.B. 1 kg Früchte und 1 kg Zucker. Der Zucker diente dabei als natürliches Konservierungsmittel.
Aber Zucker ist mittlerweile ziemlich verpönt und viele möchten lieber einen höheren Fruchtanteil und deshalb gibt es Gelierzucker 2:1 und auch 3:1. Leider wird bei diesen Varianten die konservierende Wirkung des Zuckers mit reduziert, deshalb wird bei diesen zuckerreduzierten Gelierprodukten meist ein Konservierungsmittel hinzu gesetzt.

Ihr müsst nun selbst entscheiden, für welche Variante ihr euch entscheidet. Ich schreibe mal die Variante für 1:1 auf. Wenn ihr lieber 2:1 oder 3:1 machen möchtet, folgt einfach den Anweisungen auf der Verpackung, was die Mengen angeht.

Gebt 1 Liter Holunderblütenansatz in den Topf und gebt 1 kg Gelierzucker 1:1 hinein. Rührt gleichmäßig um und bringt die Masse zum Kochen, der Zucker muss sich vollständig auflösen. Es muss wirklich einmal richtig sprudelnd aufkochen!
Seid vorsichtig, dass ihr keine Spritzer abbekommt, die Masse ist höllisch heiss. Jetzt kann die Temperatur ein wenig reduziert werden aber es muss weiter vor sich hin köcheln.

Nach etwa 5 Minuten könnt ihr eine Gelierprobe machen. Nehmt dafür den Teller aus dem Kühlschrank und gebt etwa 1-2 EL des Gelees darauf und verteilt die Masse ein wenig. Wenn das Gelee fest wird, ist es ausreichend gekocht. Wenn es flüssig bleibt, muss es weiter gekocht werden. Wiederholt dann die Gelierprobe einfach.

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Nun wird mit der Schöpfkelle dieser heisse Saft in die vorbereiteten Gläser gefüllt und sofort mit den Deckeln fest verschlossen. Die Gläser werden auf den Kopf gestellt, das sterilisiert nochmal die Deckel und ausserdem zieht sich so der Deckel fest und bildet das Vakuum. Aus eigener Erfahrung: legt euch ein Tablett oder ähnliches unter die Gläser! Mir ist es schon mal passiert, dass ein Deckel nicht richtig verschlossen war und die ganze Suppe lief über die Küchenarbeitsplatte, an den Schränken hinunter auf den Fußboden. Das war eine elende Putzerei! 😉
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Nach etwa 15 Minuten könnt ihr die Gläser wieder richtig rum drehen, wenn das Gelee nämlich kalt wird und fest, rutscht es evtl. nicht mehr auf den Boden.

Zum Schluss noch eine eigene Erfahrung: Gelee verhält sich anders als Marmelade, insbesondere dieser Gelee, weil ja nichts an Früchten drin ist. Bei mir sah das Gelee im Glas immer irgendwie flüssig aus aber dem war nicht so. Es war absolut stichfest.

Wenn der Flieder wieder blüht

Das ganze Jahr über freue ich mich auf den Mai. Nicht nur, weil ich im Mai Geburtstag habe (und in Tschechien feiere ich auch noch Namenstag im Mai), ich freu mich jedes Jahr aufs Neue auf leuchtend gelbe Löwenzahnwiesen, auf Maiglöckchen und auf den so wahnsinnig tollen Duft des Flieders!
Früher, als ich noch keinen Garten hatte, habe ich, wenn keiner guckte, ein bisschen Flieder aus irgendwelchen Vorgärten stibitzt.

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Aber nun habe ich eigene Fliederbäume, die sich rasant vergrößern und vermehren. Ich hab einen weissen Flieder mit gefüllten Blüten und einen lila Flieder, vor zwei Jahren hab ich noch einen dunkelvioletten mit weissem Blütenrand dazu gepflanzt. Aber der hat erst dieses Jahr die erste Blütendolde bekommen, er muss also noch fleissig wachsen.

Flieder duftet nicht nur toll und sieht wunderschön aus, man kann die Blüten auch essen. Also direkt esse ich nun die Blüten nicht aber ich verarbeite sie und versuche so, den Duft ein wenig zu konservieren.

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Die Fliederblüten kann man prima zu Fliederzucker verarbeiten und damit Süßspeisen und Kuchen bestreuen. Keine Angst, das Fliederaroma ist nicht aufdringlich, es wird nichts nach Seife schmecken, selbst nicht, wenn man den Fliederzucker pur isst.

Um Fliederzucker zu machen, braucht man eine Menge Fliederblüten. Im Gegensatz zu Holunderblüten sollte man wirklich nur die Blüten selbst verwenden, also ganz ohne Stiele. Das ist eine Menge Zupfarbeit.

Ich nehme dafür ein Backblech und streue Zucker darauf aus, etwa 2/3 der Gesamtmenge. Und dann lege ich die Fliederblüten auf den Zucker und streue eine dünnere Schicht Zucker, also das letzte Drittel, darüber. Das lasse ich trocknen, an einem warmen Ort, idealerweise in der Sonne. Wenn es windstill ist, draussen, wenn der Wind weht, auf einem kleinen Tisch am Fenster, wo die Sonne herein scheint.

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Die Fliederblüten müssen komplett durchtrocknen und das möglichst schnell. Der erste Versuch ist mir misslungen, weil  es zu lange gedauert hatte und auch, weil ich zuviel Zucker über die Blüten gestreut hatte. So kam keine Luft an die zarten Blüten und sie faulten vor sich hin.

Aber der zweite Versuch hat dann geklappt.

Wenn die Blüten komplett trocken sind, kann man sie zusammen mit dem Zucker in ein hübsches Glas füllen und luftdicht verschließen.

Man kann den Zucker mitsamt der trockenen Blüten auch im Standmixer ganz fein mixen, der Zucker wird dann in etwa wie Puderzucker. Nur sieht man dann nichts mehr von den Blüten aber das ist nicht schlimm, denn im getrockneten Zustand sind sie eh nicht so schön.

Hach, ist es nicht schön, an warmen Sonnentagen im Garten zu sitzen und Tee zu trinken?

Hach, ist es nicht schön, an warmen Sonnentagen im Garten zu sitzen und Tee zu trinken?

Alles neu macht der Mai

Der Sommer beginnt und damit die Zeit der Blumen, der Früchte und der Rezepte! Zu keiner anderen Jahreszeit macht mir das Ausprobieren neuer Rezepte so viel Spaß! Und weil es mir so viel Spaß macht, möchte ich euch dran teilhaben lassen, ab sofort wird es also auch ess- bzw. trinkbare Sachen geben.