Joghurt selbst gemacht

Es gibt Neues aus meiner Landküche, ich mache jetzt Joghurt selbst. Es ist sooo einfach und simpel, dass ich mich gefragt habe, warum ich es nicht schon viel früher probiert habe. Leider habe ich keine Fotos gemacht, dafür gibt es umso mehr Text. 😉

Angefangen hat es damit, dass ich mich darüber geärgert habe, dass ich unheimlich viel Plastik mitkaufe und anschließend entsorgen muss, wenn ich einkaufe. Ich esse nahezu täglich einen Joghurt, das sind schon mal 5-7 Joghurtbecher. Und nein, hier in Tschechien bekomme ich keinen Joghurt in Pfandgläsern. Dazu kommen dann Verpackungen von Frischkäse usw. Hm, dachte ich, das muss doch auch anders gehen.
Und ja, es geht anders.

Etwa 6 km weiter gibt es einen Hof, wo ich Rohmilch kaufen kann. Ich muss dazu nur etwa 5 km bergrauf radeln (geht mit meinem E-Bike ganz easy) und dann etwa 1 km bergab und das Ganze hinterher wieder zurück. Übrigens kaufe ich dort auch Eier, von glücklichen und freilaufenden Hühnern.

Also bin ich los, mit drei leeren Gurkengläsern (nein, nicht die vom Gewächshaus, die kleineren, wo etwa 800 ml rein passen 😉 ) und einer Kühltasche hinten im Fahrradkorb. Die Kühltasche hält die Milch nicht nur kühl, sie polstert auch, denn die Straßen hier sind arg buckelig.

Wieder zu Hause angekommen, hab ich die Milch zunächst auf 75 °C erhitzt und dann im kalten Wasserbad schnell auf 45 °C abgekühlt. Und da habe ich, weil ich noch keine reinen Joghurtkulturen habe (die muss ich erst bestellen), einen kleinen Becher lebendigen Joghurt untergerührt.

Diese so geimpfte Milch habe ich dann auf mehrere Sturzgläser mit jeweils 230 ml Fassungsvermögen und Twist-Off-Deckeln sowie einem 800 ml-Gurkenglas verteilt und mit einem weiteren Gurkenglas gefüllt mit heissem Wasser zurück in die Thermotasche (Kühltasche) gestellt.
Tasche zu und 8-10 Stunden stehen lassen.
In dieser Zeit arbeiten die Joghurtkulturen und machen aus der flüssigen Milch einen stichfesten Joghurt, der natürlich ab sofort im Kühlschrank aufbewahrt werden muss.

Den Joghurt aus den kleineren Sturzgläsern habe ich zum direkten Verzehr vorgesehen, aus dem Joghurt im Gurkenglas habe ich eine Art Frischkäse gemacht:

Dafür den Joghurt mit 1-2 TL Salz verrühren und in ein Sieb oder einen Durchschlag geben, den man mit einem sauberen Mulltuch ausgelegt hat. Man kann ein sauberes Geschirrtuch nehmen oder, noch besser, eine Mullwindel, am besten eine, die noch nicht mit einem Babypopo in Berührung gekommen ist. 😉
Deckel oder Teller drauf und für etwa 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

In dieser Zeit löst sich die Molke und übrig bleibt ein festerer Joghurt, den man entweder pur oder mit Kräutern, Oliven, gehackten Nüssen, getrockneten und eingelegten Tomaten, etwas Olivenöl oder oder oder… anmachen kann. Dieser „Frischkäse“ schmeckt nicht nur auf Brot sondern auch ganz besonders gut zu Pellkartoffeln!

Es ist wirklich total simpel und man kann es auch aus gekauftem Joghurt machen, es darf aber kein Joghurt sein, der den Zusatz „cremig gerührt“ trägt. Daraus löst sich nämlich die Molke nicht.

Der Joghurt ist in den Portionsgläsern übrigens mindestens 1 1/2 Wochen haltbar, denn so  lange steht er jetzt im Kühlschrank und der, den ich gestern gegessen habe, war einwandfrei und ich lebe noch.

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Das Landleben grüßt

Seit Anfang Mai lebe ich wieder in Tschechien, meinem Geburtsland. Vor fast 13 Jahren habe ich dort, am Rande des Riesengebirges, gemeinsam mit meinem Mann, ein altes Bauernhaus gekauft. Zum dritten Mal in Folge gönne ich mir den Luxus, den ganzen Sommer in diesem Haus zu verbringen.

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So schön präsentierte sich Pecka, mein Sommerwohnsitz, im Mai

Als wir das Haus 2003 übernommen haben, gab es sogar ein Gewächshaus, also den Ansatz eines Gewächshauses. Der Korpus besteht aus unzähligen 5-Liter-Gurkengläsern. Aber es gab noch kein Dach, keine Tür und vor allem keine Beete.

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Mein Mann hat nun ein kleines Wunder vollbracht und das Gewächshaus fast fertig gebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch aber ich konnte richtig was pflanzen.

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Das Gewächshaus hat nun ein Dach und eine Tür. Der Boden wurde ausgehoben und begradigt und rundherum wurden Beete gemauert, etwa 50 cm hoch und 50 cm breit.
In der Mitte wurden Dielen aus wetterfestem Lerchenholz ausgelegt mit ausreichend Platz für einen kleinen Tisch und zwei Stühlen, so dass man im Frühjahr oder im Herbst Kaffee trinken kann. 😉

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Es gibt sogar eine automatische Bewässerung. Ein 200-Liter-Wasserfass steht direkt im Gewächshaus, es wird von zwei weiteren Fässern gespeist, die draussen stehen und Regenwasser sammeln.
Mit Hilfe einer Solarpumpe wird das Wasser aus den zwei Fässern in das Fass im Gewächshaus gepumpt.

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Und das alles wächst fleissig im Gewächshaus:
verschiedene Sorten Paprika, Tomaten, Gurken (die zum Einlegen und Salatgurken), Kohlrabi, Sellerie (Knollensellerie und Stangensellerie), Mangold und Salat.
Ausserdem hab ich eine Weinranke mit blauen Trauben in eine Ecke gepflanzt und hoffe, dass die Blätter bald das ganze Dach beranken werden.

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Draussen im Garten habe ich auch ein kleines Beet, mit Erdbeeren, Zucchini, Hokkaido, Broccoli, Blumenkohl, Mangold, Radieschen, Knollensellerie und Möhren. Dazu zahlreiche Kräuter in der Kräuterspirale und im küchennahen Kräuterbeet. Die schneckenanfälligen Kräuter habe ich in Töpfen direkt vor der Haustür.

Ja, so lebe ich hier, in meinem kleinen Landparadies. Den ganzen Tag zwitschern die Vögel, Bienen und Hummeln fliegen umher, ab und zu kräht ein Hahn in der Nachbarschaft. Ansonsten ist hier weitestgehend Ruhe und Stille.