Holunderblütensirup und -Likör

Wenn ihr direkt am nächsten Tag meines „Holler, die Waldfee“-Postings losgelaufen seid um Holunderblüten zu pflücken und anzusetzen, dann wird es höchste Zeit für die Rezepte.

_5280053_500px

x
Aus dem Ansatz Sirup oder Likör zu machen, ist kinderleicht. Für Sirup benötigt ihr lediglich Zucker und saubere, gut verschließbare, hitzebeständige Flaschen und vielleicht noch einen Trichter.

Gebt 1 Liter vom ausgedrückten, gesiebten und evtl. gefilterten Holunderblütenwasser in einen Topf und 1 kg Zucker dazu und bringt es zum Kochen. Dabei immer schön rühren, damit nichts anbrennt. Wenn der Zucker sich komplett gelöst hat, die Flüssigkeit schön klar ist und etwa 1 Minute gekocht hat, könnt ihr den Sirup heiß in die Flaschen abfüllen. Am besten spült ihr die Flaschen vorher auch noch mal mit kochend heißem Wasser aus.
x
Direkt nach dem Abfüllen die Flaschen verschließen und fertig ist der Sirup.

Er schmeckt hervorragend mit Mineralwasser vermischt oder auch in Sekt oder Prosecco. Wer hat, legt noch ein paar Minzeblättchen mit ins Glas. Auch zu Vanilleeis schmeckt der Sirup lecker.

Für den Likör könnt ihr den Anteil des Zuckers ruhig ein wenig reduzieren. Im Sirup dient der Zucker vor allem als natürliches Konservierungsmittel. Beim Likör erfüllt der Alkohol diesen Dienst.

Für den Likör braucht ihr:
1 Liter vom Holunderblütenwasser
1 Liter Vodka
500 g Zucker

und natürlich auch wieder saubere, verschließbare Flaschen.

Einfach die drei Zutaten vermischen (ohne zu erhitzen), bis sich der Zucker gelöst hat und die Flüssigkeit klar ist und dann in die Flaschen abfüllen und verschließen.

Den Likör könnt ihr genau so verwenden, wie den Sirup, er ist halt weniger süß, dafür aber alkoholisch und somit nichts für Kinder. 😉

Advertisements

Löwenzahnlikör

_5090086_b_500pxx
Die meisten wissen, dass Löwenzahn essbar ist. Aber der Löwenzahn ist ein echter Tausendsassa, er ist nicht nur lecker sondern auch überaus gesund. Er wirkt positiv auf alle Verdauungsorgane, wirkt appetitanregend und steigert die Magensaftsekretion. Er regt die Produktion von Galle an und verbessert den Fettstoffwechsel. Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und nimmt z.B. Mückenstichen den Juckreiz.

Die Blätter können wie Salat gegessen werden, sie sind leicht bitter aber genau diese Bitterstoffe sind das Gesunde daran.

x

Aus den Wurzeln wurde früher Kaffeeersatz gemacht. Auch, wenn wir heute keinen Mangel an echtem Bohnenkaffee fürchten müssen, wer es ausprobieren möchte, sollte die Wurzeln waschen, trocknen, kleinschneiden und dann in einer Pfanne ohne Fett rösten. Anschließend werden die Wurzeln in einer Kaffeemühle gemahlen. Auf eine Tasse „Kaffee“ nimmt man 1 gehäuften TL, kocht sie mit Wasser auf und lässt die Mischung etwa eine halbe Minute ziehen.

Aber eigentlich wollte ich euch ein Rezept für leckeren Löwenzahnlikör aufschreiben. Das Rezept hab ich von einer Bekannten bekommen, sie ich Kräuterfachfrau und weiss so ziemlich alles über jedes Kraut, was auf unseren Wiesen wächst.

_5160744_b2_500px

Als erstes muss man Löwenzahn pflücken, ganz viele Löwenzahnblütenköpfe. Denn für den Likör braucht man 60 g Löwenzahnblütenblätter, also nur diese feinen, dünnen gelben.
60 g hört sich nach nichts an, aber man zupft verdammt lange, bis man diese Menge zusammen hat.
Die Blütenblätter werden anschließend mit 200 g Zucker vermischt und diese Mischung lässt man etwa eine Stunde lang ziehen.

x

_5160768_b2_500px

Man kann die Blütenblätter und den Zucker direkt in dem Gefäß ziehen lassen, in dem man den Likör ansetzt.

x

Nachdem die Stunde vorbei ist, gießt man die Mischung mit 400 ml Obstler auf, so das Originalrezept. Ich persönlich nehme aber immer Vodka, weil der neutraler ist.

Ich möchte nicht wissen, was die Kassiererin in meinem Stamm-Supermarkt denkt, denn ich kaufe im Sommer immer Unmengen an Vodka, weil ich so gerne Liköre selbst mache. Davon behalte ich nur wenig für mich selbst, das allermeiste verschenke ich immer, es gibt so viele Menschen, die sich über selbst gemachten Likör freuen, es ist also ein prima Geschenk, was sich gut aufheben lässt.

x

x

Als nächstes kratzt man das Mark einer Vanilleschote aus und gibt es in die Likörflasche, die ausgekratzte Vanilleschote kann man ruhig auch mit dazu geben, denn sie hat viel Aroma, die sie abgeben kann.
Natürlich kann man die Vanilleschote auch einfach nur der Länge nach halbieren und sich das Auskratzen sparen.

_5160864_b2_500pxAls letztes gibt man noch 375 ml Wasser in die Flasche.
Die Flasche lässt man nun drei Wochen lang in der Sonne stehen und schüttelt sie mehr oder weniger kräftig jeden Tag, mindestens ein Mal, ruhig öfter.

Nach den drei Wochen seiht man den Likör erst durch ein feines Sieb und dann eventuell noch durch einen Kaffeefilter, um auch die allerkleinsten Schwebeteilchen los zu werden.

Und nun ist er fertig, der Likör!

Übrigens: in Tschechien, meinem Geburtsland, heisst der Löwenzahn „Pampeliška“ (gesprochen: Pammpellischka).
Klingt hübsch, oder?