Das Landleben grüßt

Seit Anfang Mai lebe ich wieder in Tschechien, meinem Geburtsland. Vor fast 13 Jahren habe ich dort, am Rande des Riesengebirges, gemeinsam mit meinem Mann, ein altes Bauernhaus gekauft. Zum dritten Mal in Folge gönne ich mir den Luxus, den ganzen Sommer in diesem Haus zu verbringen.

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So schön präsentierte sich Pecka, mein Sommerwohnsitz, im Mai

Als wir das Haus 2003 übernommen haben, gab es sogar ein Gewächshaus, also den Ansatz eines Gewächshauses. Der Korpus besteht aus unzähligen 5-Liter-Gurkengläsern. Aber es gab noch kein Dach, keine Tür und vor allem keine Beete.

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Mein Mann hat nun ein kleines Wunder vollbracht und das Gewächshaus fast fertig gebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch aber ich konnte richtig was pflanzen.

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Das Gewächshaus hat nun ein Dach und eine Tür. Der Boden wurde ausgehoben und begradigt und rundherum wurden Beete gemauert, etwa 50 cm hoch und 50 cm breit.
In der Mitte wurden Dielen aus wetterfestem Lerchenholz ausgelegt mit ausreichend Platz für einen kleinen Tisch und zwei Stühlen, so dass man im Frühjahr oder im Herbst Kaffee trinken kann. 😉

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Es gibt sogar eine automatische Bewässerung. Ein 200-Liter-Wasserfass steht direkt im Gewächshaus, es wird von zwei weiteren Fässern gespeist, die draussen stehen und Regenwasser sammeln.
Mit Hilfe einer Solarpumpe wird das Wasser aus den zwei Fässern in das Fass im Gewächshaus gepumpt.

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Und das alles wächst fleissig im Gewächshaus:
verschiedene Sorten Paprika, Tomaten, Gurken (die zum Einlegen und Salatgurken), Kohlrabi, Sellerie (Knollensellerie und Stangensellerie), Mangold und Salat.
Ausserdem hab ich eine Weinranke mit blauen Trauben in eine Ecke gepflanzt und hoffe, dass die Blätter bald das ganze Dach beranken werden.

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Draussen im Garten habe ich auch ein kleines Beet, mit Erdbeeren, Zucchini, Hokkaido, Broccoli, Blumenkohl, Mangold, Radieschen, Knollensellerie und Möhren. Dazu zahlreiche Kräuter in der Kräuterspirale und im küchennahen Kräuterbeet. Die schneckenanfälligen Kräuter habe ich in Töpfen direkt vor der Haustür.

Ja, so lebe ich hier, in meinem kleinen Landparadies. Den ganzen Tag zwitschern die Vögel, Bienen und Hummeln fliegen umher, ab und zu kräht ein Hahn in der Nachbarschaft. Ansonsten ist hier weitestgehend Ruhe und Stille.

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Ich komm zu nix…

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Mit Erschrecken habe ich gerade gesehen, dass ich schon verdammt lange meinen Blog nicht mehr gefüttert habe.

Ich komme einfach nicht dazu oder mir fehlt die rechte Muße.

Es ist nicht so, als ob ich nichts gemacht hätte, in all den letzten Wochen. Nein, ganz im Gegenteil: ich hab sogar ganz viel gemacht, so viel, dass ich kaum hinterher komme, das alles festzuhalten.

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So hab ich u.a. 8 kg Sauerkirschen und 10 kg Aprikosen entsteint, die ich zuvor selbst gepflückt habe. Und ich hab beides zu verschiedenen Leckereien verarbeitet. Ich hab gebacken und meinen Stein hab ich auch weiter bearbeitet.
Ich war zum ersten Mal in meinem Leben richtig reiten und war tanzen und schwimmen und hab ein paar Bücher gelesen, hab viele neue Menschen kennen gelernt… kurz:

Ich genieße den Sommer!

Aus alt mach neu

Seit vorgestern läuft im Zoo in Dvur Králové das Afro-Festival. Letztes Jahr war es superschön und ich liebe afrikanische Musik, also nichts wie hin.

In der untersten Schublade meiner Kommode lag ein afrikanisches Hemd, es kommt aus Senegal und ich habe es seit etwa 18 Jahren. Es hatte mir damals Ben mitgebracht, mein Trommellehrer, der ebenfalls aus dem Senegal kommt. Ich hab nämlich mal afrikanisch getrommelt, etwa 10 Jahre lang. Und damit wir bei den Auftritten alle schön bunt sind, hatten wir diese Hemden. Aber so schön ich das Muster auch immer fand, ich fand den Schnitt furchtbar unförmig und auch unvorteilhaft. Aber damals konnte ich noch nicht nähen bzw. hatte keine Ahnung, dass man so leicht etwas ändern kann.
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Ich hab dann noch ein älteres T-Shirt gefunden, in schwarz, ärmellos und an den Armausschnitten etwas zu eng und in der Länge zu kurz, weil es mal versehentlich im Trockner gelandet war. Es war perfekt, um es als Oberteil für eine Tunika zu verwenden.

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Schnipp-Schnapp, schnell ein paar Schnitte mit dem Rollschneider und der Schere. Leider war am Afrohemd nicht genug Stoff für das weit schwingende Unterteil. Ich hatte aber gottseidank noch schwarzen, gewebten Stoff („Ditte“ von Ikea, für 3,99 Euro pro Meter) im Regal liegen. Das hab ich einfach links und rechts drangenäht und am Rückenteil noch einen schmalen Streifen in der Mitte.
Und eigentlich war das eine super Idee, denn es macht optisch eine verdammt schlanke Figur. 😉

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Gestern hab ich dann meine Afro-Tunika ausgeführt und viel Lob dafür erhalten, u.a. von Maudy, der Steinbildhauerin aus Zimbabwe.

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Ich finde, es macht wahnsinnig Spaß, ältere Kleidung zu ändern und diesen seit vielen Jahren ungetragenen Sachen neues Leben einzuhauchen.
Übrigens hab ich noch einen kompletten Dress hier liegen, Hose und Hemd, genauso unvorteilhaft geschnitten, nur in blau und mit bunten, traditionellen Bildern von Lehmhütten, Palmen, Fischerbooten usw. bedruckt. Das werde ich die Tage auch noch ändern. Ich muss nur noch ein passendes T-Shirt für das Oberteil finden.

Ich kloppe Steine ;-)

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Das ist Maudy aus Tengenenge / Zimbabwe

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Angefangen hat alles im letztes Sommer. Im Zoo in Dvur Králové (Tschechien), gerade mal 18 km von meinem schnuckeligen Häuschen entfernt, wurde ein Steinbildhauer-Workshop angeboten. Die leitende Steinbildhauerin war Maudy Muhoni, eine tolle Frau aus dem Künstlerdorf Tengenenge in Zimbabwe.

Ich hab kurzerhand  drei Tage gebucht, die reichten aber nicht, also noch zwei Tage dran gehängt und bin anschließend mit einer Echse, die auf einem Stein sitzt, wieder nach Hause gegangen.
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Es hat mir total viel Spaß gemacht, mich vom Stein leiten zu lassen und all das wegzuhauen, was nicht zu meiner Vorstellung vom Ergebnis passte. Und so hab ich sehnsüchtig gehofft, dass auch diesen Sommer wieder ein Workshop angeboten wird.

Mein Hoffen wurde erhört und erfüllt. Seit Ende Juni ist Maudy wieder in Dvur Králové und seit heute kloppe ich Steine, früher ging nicht, weil ich ständig Besuch hatte.

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Hier die Vorderseite

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Als ich heute im Zoo ankam, regnete es. Im Regen hab ich mir aus einem Haufen mit über 200 Steinen den einen rausgesucht, der für mich der Richtige war.

Aber wie macht man das? Wie findet man den einen Stein? Nun, ich hab mich von meinem Bauch leiten lassen. Denn eine Vorstellung, was ich am Ende haben möchte, hatte ich nicht. Der Stein weiss selbst am besten, was er werden will.

Der Stein ist übrigens ein Serpentin und kommt aus Tschechien. Serpentine zeichnen sich durch eine mittlere Härte aus, sie sind aber deutlich härter als Speckstein. Man muss schon einiges an Kraft aufwenden, um diesen Stein zu bearbeiten.

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Die Farbe ist meist grün, es gibt aber auch braune und schwarze Serpentine. Meiner ist überwiegend schwarz, hat aber auch grüne Anteile.

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Und das ist die Rückseite

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Gegen Mittag hörte der Regen auf und die Sonne kam durch und bescherte mir einen schönen, kreativen Tag. Und auch, wenn man nach diesem ersten Tag schon sehen kann, wo die Reise hin geht, zeige ich euch nur meinen Stein, wie er vor der Bearbeitung ausgesehen hat. Die Ergebnisse zeige ich ein andernmal, halt erst, wenn ich fertig bin.

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Lavendelsirup

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In meinem Garten blüht zur Zeit der Lavendel. Zugegeben, der Duft ist nicht so intensiv und verführerisch wie in Südfrankreich aber er duftet und er sieht schön aus und vor allem mögen ihn die Schnecken nicht. Dafür mögen ihn Schmetterlinge!

Aus den Blüten Lavendelsäckchen für den Wäscheschrank zu fertigen, wurde mir irgendwann zu langweilig also habe ich nach einer anderen, leckeren Verwendungsmöglichkeit gesucht.

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Eine Variante davon ist, ein paar dieser kleinen, blauen Blütenknospen mit zur Kirschmarmelade zu geben. Das gibt der Marmelade einen sehr raffinierten Kick.
Eine andere Variante ist, Lavendelsirup zu machen. Er schmeckt lecker und erfrischend an heissen Sommertagen mit Mineralwasser verdünnt und ist eine tolle Alternative zum Holunderblütensirup.

Wichtig ist, dass der Lavendel garantiert unbehandelt ist, also lauft bitte nicht in den nächsten Gartenmarkt und kauft Lavendel, wenn ihr nicht genug auf dem Balkon oder Garten habt.

Für Lavendellikör braucht ihr:
Wasser, Zucker, frische Lavendelblüten, Zitronen, leere und saubere Glasflaschen.
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Füllt in einen Topf 1 Liter Wasser und 700 g Zucker und lasst es solange köcheln, bis ein Sirup entstanden ist. In die heisse Flüssigkeit gebt ihr eine Handvoll frische Lavendelblüten (ohne Stiel) und 2-3 in Scheiben geschnittene Bio-Zitronen.
Deckel drauf und 1 1/2 Tage an einem kühlen Ort (nicht Kühlschrank) durchziehen lassen. Durch ein Sieb seihen und in die Flaschen abfüllen, die vorher mit kochendheissem Wasser ausgespült wurden.
Den Sirup am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Melonenvariationen

Wo wir neulich beim Basilikum waren… es gibt eine weitere tolle Begleiterin für ihn: Die Wassermelone!

Gerade im Sommer liebe ich die tiefroten Melonen, sie sind erfrischend, löschen den Durst und haben praktisch keine Kalorien (das nur so nebenbei, ich kümmere mich herzlich wenig um diese kleinen Tierchen 😉 )

Letztes Jahr hab ich zusammen mit der Tochter meiner Cousine, die wiederum mit ihrer kleinen 4-jährigen Tochter ein paar Tage zu Besuch bei mir war, ein paar schöne und vor allem leckere Sachen mit der Wassermelone gemacht.

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Caprese, also Tomaten mit Mozzarella, Basilikum, Olivenöl und Balsamico kennt ja mittlerweile jeder. Aber nehmt statt der Tomaten mal Scheiben von der Wassermelone und lasst das Olivenöl weg. Ich finde das Melonen-Caprese fast noch leckerer als den Tomaten-Klassiker.

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Eine echte Hochstapelei war der Melonen-Feta-Würfel. Dazu das Fruchtfleisch der Melone in mundgerechte, nicht zu kleine Würfel schneiden, den Feta ebenso. Ein paar Basilikumblätter dazu, etwas Balsamico und fertig ist ein echter Gaumenschmaus.

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Zum Nachtisch gab es Melonenberge mit Schokospitze. Dafür einfach Schokolade, am besten mit hohem Kakaoanteil, vorsichtig schmelzen und mit einem Löffel oder Backpinsel auf die Spitzen der Melonen streichen. Das Warten, bis die Schokolade wieder fest ist, fällt schwer, lohnt aber.

Unsere Bäuche waren anschließend so rund wie eine Melone, davon gibt es aber kein Foto.
Glaubt es, oder glaubt es nicht. 😉

Erdbeeren & Basilikum – ein perfektes Paar

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Ich muss noch Erdbeermarmelade kochen, die aus dem letzten Jahr ist nahezu alle.
Okay, streng genommen ist es keine Marmelade, denn dieser Begriff ist den Zitrusfrüchten vorbehalten. Erdbeerkonfitüre muss es also heissen, aber ich finde das Wort Marmelade viel schöner und bleibe dabei, solange ich nicht businessmäßig ins Konfitüre- und Marmeladegeschäft einsteige. 😉

Mit Erdbeeren hab ich schon viel experimentiert: Erdbeer-Rhabarber ist der Klassiker schlechthin. Erdbeer mit Kokosflocken hat ein leicht karibisches Flair, manche mögen auch Erdbeer-Banane (ich nicht!).
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Mein Favorit ist Erdbeer-Basilikum!
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Auf die Kombination bin ich gekommen, als ich vor zwei Jahren ein Stück Erdbeer-Basilikum Sahnetorte gegessen habe. Die war soooo lecker!  Ein paar Tage später hab ich Erdbeermarmelade gekocht und hatte zufällig auch einen Topf mit Basilikum auf dem Fensterbrett in der Küche stehen. Da hab ich mich an die Torte erinnert und hab die kleingehackten Blätter zur Marmelade gegeben, aber erst ganz zum Schluss, kurz vor dem Abfüllen, damit nicht zuviel Aroma verloren geht.

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Das Ergebnis hat mich umgehauen!
Ich kann den Geschmack gar nicht genau beschreiben, es ist nicht so wie z.B. Tomaten mit Basilikum. Durch die Erdbeeren bekommt das Basilikum einen ganz besonderen Geschmack. Irgendwie anders als sonst. 🙂