Plastikbeutel adé

Auf die großen Plastiktüten kann man ja gut verzichten, es gibt tolle und preisgünstige Alternativen aus Stoff – Baumwolle oder Kunstgewebe – die nicht nur viel Fassungsvermögen haben und waschbar sind sondern sich auch klein zusammenfalten und in jeder Handtasche verstauen lassen.
Ich habe mittlerweile so viele von diesen Mehrwegtaschen, dass ich immer eine in jeder Handtasche und in jedem Rucksack liegen habe, so dass ich nicht erst umpacken muss, wenn ich kurz vor dem Ausgehen bin.

Was mich aber nach wie vor sehr gestört hat, waren diese kleinen, dünnen Plastiktüten, in die frau (oder auch mann 😉 ) im Supermarkt sein Obst und Gemüse packt, bevor es gewogen wird. Für einzelne Paprikaschoten oder den Hokkaido braucht man natürlich keinen Plastikbeutel aber spätestens wenn man 1 kg von den losen Möhren oder 250 g von den grünen Stangenbohnen kaufen will, wird es kritisch. Dann muss so ein blöder Plastikbeutel her.
Bis heute… 🙂

Ich hab mir nun was genäht, was diese Plastikbeutelchen ersetzt. Aus Tüll, den ich Anfang des Jahres für ein Steampunkkostüm gekauft hatte und der noch übrig war. Aber guckt selbst:
IMG_3131_500px.jpg
Die Beutel haben zwei unterschiedliche Größen: die kleineren sind ca. 30×30 cm und die größeren 30×40 cm, da passt eine Menge rein.
Ich hab sie mit der Overlock-Maschine zusammengenäht, das ging ratzfatz. Oben, die Öffnung, habe ich lediglich mit der Overlock versäubert und ein kleines Stück Webband mit eingenäht, welches um ein Loom-Gummi geschlungen wurde. Diese Loom-Gummis kosteten 25 Cent und ich glaube, es sind 500 oder 1000 Stück in der Tüte drin, das reicht bis an mein Lebensende. 😉

img_3129_500px

Dieses Loom- Gummiband wird dann beim Einkauf einfach über die gesamte Öffnung gezogen. Das hält zwar nicht bombenfest aber es hält ausreichend, dass die einzelnen Gemüse- oder Obstteile nicht einfach raus kullern.

Die Beutel sind ganz leicht, so dass es auch keine nenneswerten Verteuerungen beim Abwiegen geben wird.

Advertisements

Sie haben Post

Letzte Woche bekam ich eine sehr schöne E-Mail von A.
Sie hatte meine Seite entdeckt, als sie nach Taschen aus Kaffeesäcken suchte. Sie wollte die Tasche nicht für sich selbst, sondern als Geburtstagsgeschenk für einen lieben Menschen.
Leider habe ich keine fertigen Sachen zum Verkaufen in meinem Sortiment, ich nähe ja meist nur für mich und gute Freunde.
Leider war auch die Zeit sehr knapp, mir wären nur 1 1/2 Tage zum Nähen einer Tasche geblieben und das hätte ich nicht geschafft, da diese Tage schon sehr zugepflastert waren mit anderen Dingen (ab und an muss ja auch ich mal richtig arbeiten 😉 ).
Aber A. blieb hartnäckig und war bereit, ein paar Tage zu warten und das Geburtstagskind erst einmal mit einem Gutschein zu vertrösten.

Am Wochenende hatte ich Zeit, die Tasche zu nähen und heute geht sie auf die Reise zu ihrer neuen Besitzerin.

IMG_2773_500px

Die Tasche hat eine kleine Innentasche und kann oben mit einem Reissverschluss geschlossen werden (wenn nicht gerade ein Ordner drin ist, wie auf dem Bild).

Ich hoffe, sie gefällt ihr, ich hätte sie ja auch gerne selbst behalten. 😉

 

Mein Rendez-Vous mit Korkstoff

Kork ist ja Trend im Moment, egal, wo man im Internet schaut, läuft einem Korkstoff über den Weg.
Als meine Kinder klein waren, hatten wir in der Wohnung, in der wir damals lebten, Korkboden verlegt, der war echt schön: weich, warm und leicht zu pflegen.
Aber dass man damit auch nähen kann, hätte ich zu der Zeit nicht vermutet.

Neulich hab ich den Korkstoff in einem Laden hier bei mir in Essen entdeckt. Ich hab zwar geschluckt, als ich den Preis sah, hab aber mal ein Stück mitgenommen.
Und dann stand ich zu Hause und hab überlegt, was ich draus mache und vor allem, mit welchem Stoff ich es kombiniere.
Irgendwas in Türkis hätte ich gut gefunden aber ich hatte keinen Stoff gefunden, der mir 100% gefallen hätte. Aber dann hab ich mal in meinem Fundus gewühlt und hab eine schön verwaschene Jeans gefunden, die mal eines meiner Kinder getragen hatte. Perfekt!

Ich hab dann einige Stunden geschnippelt, aufgetrennt & dran genäht und das ist dann dabei raus gekommen:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Taschen habe ich zunächst fein säuberlich abgetrennt und dann so platziert, wie ich es haben wollte. Das war der zeitintensivste Teil der Arbeit.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Am Ende hatte ich noch ein bisschen vom Jeansstoff übrig und hab noch ein kleines Portemonnaie genäht. Manchmal ist eine solch kleine Geldbörse ganz nützlich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Aus alt mach neu

Seit vorgestern läuft im Zoo in Dvur Králové das Afro-Festival. Letztes Jahr war es superschön und ich liebe afrikanische Musik, also nichts wie hin.

In der untersten Schublade meiner Kommode lag ein afrikanisches Hemd, es kommt aus Senegal und ich habe es seit etwa 18 Jahren. Es hatte mir damals Ben mitgebracht, mein Trommellehrer, der ebenfalls aus dem Senegal kommt. Ich hab nämlich mal afrikanisch getrommelt, etwa 10 Jahre lang. Und damit wir bei den Auftritten alle schön bunt sind, hatten wir diese Hemden. Aber so schön ich das Muster auch immer fand, ich fand den Schnitt furchtbar unförmig und auch unvorteilhaft. Aber damals konnte ich noch nicht nähen bzw. hatte keine Ahnung, dass man so leicht etwas ändern kann.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ich hab dann noch ein älteres T-Shirt gefunden, in schwarz, ärmellos und an den Armausschnitten etwas zu eng und in der Länge zu kurz, weil es mal versehentlich im Trockner gelandet war. Es war perfekt, um es als Oberteil für eine Tunika zu verwenden.

_7184057_b_500pxx

Schnipp-Schnapp, schnell ein paar Schnitte mit dem Rollschneider und der Schere. Leider war am Afrohemd nicht genug Stoff für das weit schwingende Unterteil. Ich hatte aber gottseidank noch schwarzen, gewebten Stoff („Ditte“ von Ikea, für 3,99 Euro pro Meter) im Regal liegen. Das hab ich einfach links und rechts drangenäht und am Rückenteil noch einen schmalen Streifen in der Mitte.
Und eigentlich war das eine super Idee, denn es macht optisch eine verdammt schlanke Figur. 😉

x

x

x

Gestern hab ich dann meine Afro-Tunika ausgeführt und viel Lob dafür erhalten, u.a. von Maudy, der Steinbildhauerin aus Zimbabwe.

_7184103_b_500px
x
Ich finde, es macht wahnsinnig Spaß, ältere Kleidung zu ändern und diesen seit vielen Jahren ungetragenen Sachen neues Leben einzuhauchen.
Übrigens hab ich noch einen kompletten Dress hier liegen, Hose und Hemd, genauso unvorteilhaft geschnitten, nur in blau und mit bunten, traditionellen Bildern von Lehmhütten, Palmen, Fischerbooten usw. bedruckt. Das werde ich die Tage auch noch ändern. Ich muss nur noch ein passendes T-Shirt für das Oberteil finden.